Törless

Berliner Erstaufführung

Törless

Nach der Erzählung von Robert Musil

Buch und Regie: Boris von Poser
Ausstattung: Stefan Bleidorn

Mit: Fabian Oehl, Justus Verdenhalven, Marco Litta, Anthony Paul

„Ein Buch, das bleiben wird.“ urteilte schon der berühmte Kritiker Alfred Kerr 1906 über Robert Musils Erzählung DIE VERWIRRUNGEN DES ZÖGLINGS TÖRLESS.

Und tatsächlich ist die Erzählung auch mehr als hundert Jahre nach ihrer Erscheinung nicht nur vielgelesen, sondern auch immer wieder für die Bühne und den Film bearbeitet worden – am spektakulärsten wohl von Volker Schlöndorff für sein Filmdebut DER JUNGE TÖRLESS 1965.

Verwirrt wird der junge Törless durch seine Erlebnisse in einem Militär-Internat. Zu Beginn steht ein Diebstahl: Basini hat aus finanzieller Not seinen Mitschülern kleine Geldsummen gestohlen. Aber anstatt dieses Verbrechen anzuzeigen, beschließen die Mitschüler, sich Basini zu ihrem Sklaven zu machen. Von den Lehrern unbemerkt entsteht eine Parallelwelt voller Geheimnisse zwischen den vier beteiligten Schülern. Und während sich die psychischen und physischen Erniedrigungen Basinis steigern, wird auch der anfänglich nur beobachtende Törless immer mehr in das Geschehen einbezogen…

Wie in einer Keimzelle ist in der Geschichte des Internatszöglings Törless die spätere gesellschaftliche Entwicklung zum Faschismus schon zu ahnen.

„Boris von Poser findet in seiner klaren, klugen Inszenierung für diese Gedankenexperimente eindringlich stilisierte Bilder (…)Immer wieder erklingt schillernde, rhythmisch pulsierende Musik von Wolfgang Böhmer, die sublim steuert und antreibt. Kunstvoll puristisch und zielgenau erzählt Boris von Poser mit dem hervorragenden Ensemble von dieser herzlosen Pubertät, die in ihrer psychologischen Verästelung schon subkutan die Machtpathologien des Nationalsozialismus andeutet.“   Irene Bazinger, Berliner Zeitung

„Den Schauspielern gelingt ein ungeheuer intensives, eindringliches Kammerspiel.“ Ulrike Borowczyk, Berliner Morgenpost